Der goldene Faden #49 + 50

Der goldene Faden #49 + 50

Hola!

Willkommen zu unserem ersten Newsletter im Jahr 2026!

In den letzten Monaten haben wir unseren monatlichen „goldenen Faden“ ein wenig aus den Augen verloren. Doch jetzt sind wir wieder da, mit vielen spannenden Updates aus der letzten Zeit.

Ende letzten Jahres konnten wir uns zwar online austauschen, doch persönliche Besuche bei der Familie Giraldo auf der Finca El Clavel waren leider nicht möglich. Wie ihr vielleicht aus unseren vorherigen Berichten wisst, stecken Robinson und seine Familie mitten im Bau ihres neuen Hauses. Dieses große Projekt hat verständlicherweise den Großteil von Robinsons Zeit und Energie beansprucht.

Im Januar war Philipp dann endlich wieder vor Ort zu Besuch. Den Link zum Video-Interview, das er dort mit Robinson geführt hat, findet ihr hier im Newsletter.

Zum Abschluss berichten euch Marta und Patricia von der letzten Buchübergabe im Rahmen des Projekts „Jardín Municipio Lector“.

Vielen Dank fürs Lesen und eure Treue!

Ernte auf der Finca El Clavel

Während die Haupternte zwischen Oktober und Dezember 2024 die beste seit Jahrzehnten war, erlebten wir Ende 2025 genau das Gegenteil. Die klimatischen Bedingungen waren ungünstig, und die Bäume schienen sich noch vom ertragreichen Vorjahr zu erholen. Robinson berichtete in einem unserer Telefonate: „Die Kaffeeernte ist sehr spärlich und ungleichmäßig, mit geringer Produktion. Es fühlt sich an, als wäre sie schon vorbei, bevor sie richtig angefangen hat.“

Dies setzte die Familie unter Druck, zumal sie dringend Bargeld für Baumaterialien benötigt. Die Marktpreise stiegen im Oktober und November zwar wieder an – auf über 3.000.000 COP/Carga*, nachdem sie im Juli einen Tiefstand von 2.225.000 COP erreicht hatten. Doch da Robinson kaum Kaffee zum Verkauf hatte, halfen die hohen Preise auch wenig. In den Vorjahren hatten wir jeweils 12 Cargas (1.500 kg) Kaffee von Robinson reserviert; in diesem Jahr konnte er uns höchstens 10 Cargas zusagen – also 250 kg weniger.

*Hinweis: 1 Carga = 125 kg trockener Pergamentkaffee (Café Pergamino).

 

Philipps Besuch in Jardín

Während seines Besuchs auf der Finca El Clavel hatte Philipp die Gelegenheit, sich mit Robinson, seine Frau Patricia, und sein Sohn Camilo auszutauschen. Besonders in diesen unsicheren Zeiten, geprägt von starken Marktschwankungen und einer Ernte mit eher suboptimalen Erträgen – haben sie darüber gesprochen, wie wichtig und stabilisierend die verlässliche Partnerschaft mit co.hilo für die Familie ist. Im kurzen Video-Interview gibt Robinson uns dazu ein Update.

Außerdem konnte Philipp auch den Baufortschritt vom neuen Haus der Familie Giraldo sehen, das langsam aber sicher Gestalt annimmt. Natürlich standen auch Marta und Patricia auf Philipps Besuchsliste.

Bei den vielen gemeinsamen Gesprächen durfte Philipp sein Spanisch sehr intensiv auf die Probe stellen!


Buchübergabe April 2026 – Jardín Municipio Lector

Am Donnerstag, den 9. April, besuchten wir die Schule im ländlichen Ortsteil (Vereda) Santa Gertrudis, um Bücher zu übergeben, die von Frau Reina López gespendet wurden. Sie unterstützt das Projekt bereits seit mehreren Jahren mit solchen Spenden, die schon Schulen in verschiedenen ländlichen Gemeinden der Region erreicht haben.

Wir haben diese Vereda ausgewählt, weil die dortige Schule ein Bildungsprogramm von der Grundschule bis zum Abitur anbietet. Die Sprachlehrerin leistet großartige Arbeit bei der Leseförderung, verfügt aber praktisch über keinerlei Materialien. Wir haben Bücher der Weltliteratur für Jugendliche und Erwachsene mitgebracht.Im Rahmen der Übergabe las Patricia den Schüler:innen die Kurzgeschichte "Es que somos muy pobres" (Dass wir sehr arm sind) von Juan Rulfo vor. Nachdem sie den Autor vorgestellt hatte, begann sie mit der Lesung der Geschichte.

Im Anschluss gab es eine Aktivität mit den Schüler:innen, um die Handlung der Geschichte zu analysieren und sie mit ihren eigenen alltäglichen Erfahrungen in Verbindung zu bringen.

Wir möchten euch noch erzählen, dass Santa Gertrudis etwa eine Autostunde vom Stadtzentrum entfernt liegt. Die Schule wird auch von Kindern aus benachbarten Ortsteilen besucht, von denen viele bis zu drei Stunden zu Fuß gehen müssen, um dorthin zu gelangen – eine Tatsache, die die prekäre Lage verdeutlicht. Glücklicherweise ist dies momentan teilweise gelöst, da die Verwaltung einen Geländewagen für ihren Transport zur Verfügung gestellt hat. Hoffentlich bleibt diese Lösung bestehen.